Die Wissenschaftsjahre

Wissenschaft macht Spaß, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sitzen nicht im Elfenbeinturm – das wird seit 2000 in jedem Jahr aufs Neue bewiesen.

Die Wissenschaftsjahre, eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD), finden seit dem Jahr 2000 jährlich statt und stellen jeweils einzelne Disziplinen, Fächergruppen oder Persönlichkeiten der Forschung in den Mittelpunkt. In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur in ganz Deutschland dienen sie als Bühne für den Austausch zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft entlang ausgewählter Themen und verfolgen das Ziel, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Wissenschaft und Forschung zu wecken. Sie führen Menschen aller Altersgruppen zusammen, sie laden sie ein, die oft unbekannte Welt der Wissenschaft und Forschung zu erkunden. Wie viele unterschiedliche Welten in den letzten Jahren erkundet wurden, verrät ein kleiner Themeneinblick:  

Wissenschaftsjahr 2005 "Einsteinjahr"
Dem Wissenschaftsjahr 2005 kam eine Sonderrolle zu – erstmals widmete man sich einer Forscherpersönlichkeit: Albert Einstein. Anlass waren der 100. Geburtstag der Relativitätstheorie und der 50. Todestag des weltberühmten Wissenschaftlers. 1905 veröffentlichte Albert Einstein fünf Aufsätze, die unser Weltbild tiefgreifend veränderten. Diese Arbeiten revolutionierten die klassische Vorstellung von Raum, Zeit, Materie und Energie. Mit dem Einsteinjahr würdigte Deutschland diesen Menschen, der die Welt bis heute fasziniert und begeistert: Albert Einstein, ein genialer Wissenschaftler, von der Weltöffentlichkeit bewundert – Physiker, Pazifist, Weltbürger und Visionär.

Wissenschaftsjahr 2006 "Jahr der Informatik"
Dem Querdenker Albert Einstein hätte der Ansatz gefallen, Wissenschaft zu den Menschen zu bringen. Ob mit dem Frachtschiff MS Wissenschaft, das erstmals 2002 im Wissenschaftsjahr der Geowissenschaften als Geoschiff die Reise angetreten hat, oder auch mit dem Zug, der im Wissenschaftsjahr 2009 – Forschungsexpedition Deutschland den Blick auf neue wissenschaftliche Themen eröffnete und junge Besucherinnen und Besucher ermutigte, sich für eine wissenschaftsnahe Laufbahn zu entscheiden. Die MS Wissenschaft fährt inzwischen Jahr für Jahr über deutsche Wasserstraßen und legt jeden Sommer in rund 30 Städten an – von Passau bis Kiel, von Stuttgart bis Magdeburg. Der Tourplan ändert sich Jahr für Jahr, damit möglichst viele Städte und Menschen in den Genuss der interaktiv gestalteten Ausstellung kommen. Insgesamt gingen mehr als 90.000 Menschen an Bord des Ausstellungsschiffes.

Wissenschaftsjahr 2007 "Jahr der Geisteswissenschaften"
2007 standen erstmals die Geisteswissenschaften im Mittelpunkt eines Wissenschaftsjahres. Gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und anderen Partnern präsentierte das Goethe-Institut das internationale Festival „Die Macht der Sprache“. Ebenso international war der Wettbewerb „Das schönste ABC der Welt" ausgelegt. Aus allen Teilen der Welt, von Albanien bis Elfenbeinküste, von Kanada bis Thailand wurden Wort-Beiträge eingesandt, gegen die sich das türkische Yakamoz („die Widerspiegelung des Mondlichts im Wasser“) als das schönste Wort der Welt durchsetzte.

Wissenschaftsjahr 2008 "Jahr der Mathematik"
Das Jahr der Mathematik hat vor allem junge Menschen tief beeindruckt. Das Onlineportal www.du-kannst-mathe.de überzeugte Mädchen und Jungen mit seinem Ansatz, Mathe-Phänomene im Alltag aufzuspüren. Ob beim Schuhe zuschnüren oder beim Aktivieren des MP3-Players – der tiefere Blick in die Welt der Zahlen war amüsant und lehrreich zugleich. Sophie Krause, Viktoria Urbach, Luisa Sprenker, Viktoria Lohner und Amelie Gabriel, Schülerinnen der 8d des Bonner Kardinal-Frings-Gymnasiums, haben sich in Rahmen eines gemeinsamen Projekts ihres Mathe- und Kunstunterrichts damit beschäftigt, den „Vater des modernen Rechnens“ Adam Riese zu malen. Und die Theater-AG am Gymnasium Martino-Katharineum in Braunschweig brachte Mathematik auf die Bühne. Zehn Schülerinnen erarbeiteten gemeinsam mit ihrem Lehrer Younouss Wadjinny ein mathematisches Theaterstück.

Wissenschaftsjahr 2009 "Forschungsexpedition Deutschland"
Bis 2008 stand jedes Jahr eine wissenschaftliche Disziplin oder, wie 2005 das Einsteinjahr eine bedeutende Persönlichkeit der Wissenschaften im Mittelpunkt der Wissenschaftsjahre. Seit dem Wissenschaftsjahr 2009 – Forschungsexpedition Deutschland greifen die Wissenschaftsjahre interdisziplinäre Themen auf. Die Wissenschaftsjahre tragen so der Erkenntnis Rechnung, dass die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Wissenschaft jenseits traditioneller Fächergrenzen bewältigt werden.

Wissenschaftsjahr 2010 "Die Zukunft der Energie"
Die Zukunft der Energie war das Thema des Wissenschaftsjahres 2010. In diesem ersten übergreifenden Themenjahr ging es um die Zusammenhänge von Energie und Klima, die Vorbereitung des Umbaus unserer Energieversorgung, die von der Forschung erwarteten Lösungen für technologische Entwicklungen mit Blick auf natürliche Energiequellen, für mehr Energieeffizienz und für einen verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Wissenschaftsjahr 2011 "Forschung für unsere Gesundheit"
Mit dem Motto „Forschung für unsere Gesundheit“ wendete sich das Wissenschaftsjahr 2011 vor allem an junge Menschen und lud diese zur Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Perspektiven der Gesundheitsforschung ein. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die vielfältigen Fragen, wie man Krankheiten vermeiden, erkennen, behandeln und heilen kann, sondern auch Fragen zu ethischen und gesellschaftlichen Aspekte und Auswirkungen, die  im Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft beantwortet wurden. Das Wissenschaftsjahr stellte Chancen und Möglichkeiten in der Präventions- und Ernährungsforschung, in der Versorgungsforschung und nicht zuletzt in der internationalen Gesundheitsforschung vor und gab dem Dialog darüber Raum. 

Wissenschaftsjahr 2012 "Zukunftsprojekt Erde"
2012 stand im Zeichen der Forschung für nachhaltige Entwicklungen: Sie ist der Schlüssel für die Zukunft. Klimawandel, demografischer Wandel oder Biodiversitätsverlust – das sind globale Herausforderungen, die in den nächsten Jahren zu meistern sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten nicht nur in der Umwelt- oder Energieforschung, sondern ebenso in den Wirtschafts- und Geisteswissenschaften daran, die Erde auch für kommende Generationen zu bewahren. Das Wissenschaftsjahr 2012 widmete sich dieser Forschung für nachhaltige Entwicklungen und setzte damit die Tradition fort, Zukunftsthemen unserer Gesellschaft über Fachgrenzen hinweg zu diskutieren.

Wissenschaftsjahr 2013 - "Die demografische Chance"
Unsere Lebenserwartung steigt, während die Zahl der Menschen in Deutschland abnimmt. Lebenslanges Lernen ergänzt Studium und Ausbildung. Unsere Gesellschaft wird vielfältiger. Und: Die Art, wie wir arbeiten, verändert sich fundamental. Unter dem Motto „Wir leben länger. Wir werden weniger. Wir werden vielfältiger“ umriss das Wissenschaftsjahr 2013 – Die demografische Chance diese Herausforderungen in drei Handlungsfeldern. Wissenschaft und Forschung lieferten Ideen und Lösungen zur aktiven Gestaltung des demografischen Wandels. Interessierte konnten mit Forschern über die Gestaltungsmöglichkeiten diskutieren. Die Frage, wie sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Veränderungen stellen und sie für sich nutzen können, stand dabei im Mittelpunkt.

Alle Wissenschaftsjahre im Überblick: 

Wissenschaftsjahr 2013 Die demografische Chance
Wissenschaftsjahr 2012 Zukunftsprojekt Erde
Wissenschaftsjahr 2011 Forschung für unsere Gesundheit
Wissenschaftsjahr 2010 Die Zukunft der Energie
Wissenschaftsjahr 2009 Forschungsexpedition Deutschland
Wissenschaftsjahr 2008 Jahr der Mathematik
Wissenschaftsjahr 2007 Jahr der Geisteswissenschaften
Wissenschaftsjahr 2006 Jahr der Informatik
Wissenschaftsjahr 2005 Einsteinjahr
Wissenschaftsjahr 2004 Jahr der Technik
Wissenschaftsjahr 2003 Jahr der Chemie
Wissenschaftsjahr 2002 Jahr der Geowissenschaften
Wissenschaftsjahr 2001 Jahr der Lebenswissenschaften
Wissenschaftsjahr 2000 Jahr der Physik