Prof. Dr. Carola Griehl

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Hochschule Anhalt
06366 Köthen

Thema: Energie alternativ erzeugen

Kleine Alleskönner

In Köthen arbeitet Carola Griehl an der stofflichen und energetischen Nutzung von Algen.

Algen sind im Leben von Carola Griehl ständig präsent. Die Vizepräsidentin der Hochschule Anhalt schätzt beim Frühstück die gesundheitsfördernde Wirkung der Wasserpflanzen und schwört abends bei der Körperpflege auf deren hautpflegende Eigenschaften. Tagsüber rückt aber vor allem das stoffliche und energetische Potenzial der Mikroalgen in den Blick der Leiterin des Innovationslabors Algenbiotechnologie.Die Professorin für Biochemie ist sicher, dass die kleinen Alleskönner auch eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung von morgen spielen werden.

Denn Mikroalgen wandeln per Photosynthese klimaschädliches  CO2 in Biomasse um und liefern dabei 5-10-mal mehr Biomasse als Landpflanzen. Dabei können sie auch  das CO2 von Kraftwerksabgase und Biogasanlagen als C-Quelle und Nitrat- und Phosphathaltige Abwässer als N- und P-Quelle verwerten. Aber damit nicht genug. Die in den Algen gespeicherte Energie kann man nach Abtrennung wertvoller Inhaltsstoffe, wie Antialzheimerwirkstoffen oder Carotinoiden für die Futter- und Lebensmittelindustrie, in einem zweiten Schritt zu Strom oder Wärme verwandeln – bspw. dadurch, das man die Biomasse zu Biogas vergärt, mit dem sich zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk antreiben lässt. Der CO2-Anteil des aus der Restalgenbiomasse erzeugten Biogases kann wiederum für die Produktion neuer Algenbiomasse genutzt werden – und so schließt sich der Kreislauf.

Auch wenn Algen bereits alternative Stoff- und Energielieferanten darstellen, werden von den 500 000 geschätzten Arten gerade einmal zehn wirtschaftlich genutzt. Das Potenzial der Wunderorganismen auszuschöpfen, ist das erklärte Ziel der Forscherin. Tag für Tag widmet sie sich dieser Aufgabe und lotet die hilfreichen Eigenschaften ihrer kleinen Lieblinge aus – beim Frühstück, im Arbeitsalltag und sogar bei der Körperpflege.

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