Kino-Highlights mit Forschern
Die zweite Halbzeit der Schulkinowochen ist abgeschlossen – und neben Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften lockten einige der Filme, die das Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung präsentiert, auch Forscherinnen und Forscher vor die Leinwand. Die Gesundheitsexpertinnen und -experten, die im Rahmen der Initiativen Forschungsbörse und Call a Scientist ehrenamtlich in Schulen über ihre Forschungsgebiete berichten, luden bundesweit im Anschluss zur Vorstellung zum Gespräch ein. Mit dabei: Die Rasenden Reporter, die einen Experten bei seinem Vortrag begleitet haben.
"Vincent will meer"
Nicht nur im internationalen Kino, sondern auch im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung hat der Film „Vincent will meer“ Erfolgsgeschichte geschrieben: Mehrere tausend Schülerinnen und Schülern besuchten die Vorstellungen im Rahmen des Sonderfilmprogramms der Schulkinowochen. Der Roadmovie erzählt die Geschichte des am Tourette-Syndrom erkrankten Halbwaisen Vincent.
Im rheinland-pfälzischen Kino Boppard stellte sich Prof. Dr. Norbert Pfeiffer Rede und Antwort und berichtete im Filmgespräch seinem jungen Publikum, was es mit Tics und Tourette auf sich hat. Und zur Filmvorführung In Berlin im CineMaxx am Potsdamer Platz und auch im Kant-Kino Charlottenburg besuchte Forschungsbörse-Experte Dr. Philipp Sterzer von der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen mit Schülerinnen und Schülern die Filmvorstellung: Der Experte für Wahrnehmung und psychiatrischen Erkrankungen überzeugte mit seinem pädagogischen Feingespür nicht nur sein junges Publikum, sondern auch die Rasenden Reporter, die den Experten für bei seinem Vortrag begleiteten - hier geht es zum Film.
"Beim Leben meiner Schwester"
Stammzellenforschung hingegen thematisiert „Beim Leben meiner Schwester“: Im Film geht es darum, ob die elfjährige Anna verpflichtet ist, ihrer älteren Schwester Kate Organe und Zellen zu spenden. Rund 50 Schülerinnen und Schüler besuchten im Berliner Kino UCI Friedrichhain den Film. Zum anschließenden Filmgespräch erklärte Dr. Katrin Zeilinger von der Charité – Universitätsmedizin Berlin mitunter, was es medizinisch bedeutet, Organe und Zellen zu spenden. Die Expertin von Call a Scientist beschäftigt sich mit der Entwicklung von Kulturmodellen für Leberzellen und Stammzellen - mit dem Ziel, die Zellen klinisch im Bereich Regenerative Medizin einzusetzen.
Im Dresdner Filmtheater Schauburg schaute sich ihr Forschungsbörse-Kollege Martin Bornhäuser zusammen mit Schülerinnen und Schülern den Film an und diskutierte im Anschluss mit den Wissenschaftlern von morgen über das Pro und Contra der Stammzellenforschung: Der Vizedirektor des Zentrums für Regenerative Therapien Dresden erforscht Blut- und Knochenmarkstammzellen und beschäftigt sich mit der Krankheit Leukämie. In Sachsen-Anhalt war Forschungsbörse-Expertin Larissa Kern mit von der Partie: Die Forscherin von der Universität Leipzig beschäftigt sich mit der Verwendung von Stammzellen für zukünftige Zelltherapien. In Ballenstedt und berichtete sie den Jugendlichen von ihrer Arbeit. Mit großem Erfolg: Die Forscherin faszinierte in der Diskussion ihr junges Publikum sosehr von ihrer Arbeit, dass sie gemeinsam rund 1 ½ Stunden über das Thema diskutierten.
"Gattaca"
Auch das Thema „Genetik“ stand auf dem Lehrplan der Schulkinowochen: Im Film Gattaca entscheiden nicht Geld, Beziehungen oder Umfeld entscheiden über den sozialen Status, sondern die genetische Ausstattung. Vincent Freeman, kurzsichtig und herzkrank, hat deshalb keine Chance, seinen Lebenstraum zu realisieren und ins All zu fliegen. Erst ein DNA-Makler verschafft ihm einen Platz in der Rakete.
In den Kinoreihen der Berliner „Passage Neukölln“ hatten rund 100 Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Call a Scientist-Experte Prof. Dr. Karl Sperling vom Institut für Medizinische Genetik und Humangenetik an der Charité – Universitätsmedizin Berlin zu befragen, was es mit „Gattaca“ konkret auf sich hat. Und in Erfurt schaute Wissenschaftler Prof. Dr. Ferdinand von Eggeling zusammen mit den Schülerinnen und Schülern „Gattaca“: Der Forscher von der Universität Jena beschäftigt sich unter anderem mit der Gendiagnostik und gab den Kinobesuchern einen Einblick in seine Welt des Forschens.
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